Kurzinterview mit André Zabel,

André Zabel, Referent für Medienkompetenz der Landeszentrale für politische Bildung MV, fasst im folgenden Kurzinterview die Angebote rund ums Thema Medienbildung und Informations- und Nachrichtenkompetenz zusammen.

Welche interessanten Angebote gibt es in Mecklenburg-Vorpommern zum Thema Informations- und Nachrichtenkompetenz?

Mecklenburg-Vorpommern fördert mit Landesmitteln eine Vielzahl an Angeboten zur Stärkung der Informations- und Nachrichtenkompetenz. Diese werden sowohl von gemeinnützigen Medienbildungsvereinen als auch von weiteren Trägern umgesetzt. Zusätzlich gibt es Programme der Medienanstalt, des NDR, öffentlicher Bibliotheken sowie der Universitäten und Hochschulen im Land. Die breite Vielfalt der Akteure sorgt für ein umfassendes Bildungsangebot in diesem Bereich.

Wie ist die Medienbildung im Land aufgestellt? Gibt es spezielle Initiativen oder Projekte?

Die Medienbildung in Mecklenburg-Vorpommern ist durch zahlreiche Initiativen geprägt, die von staatlichen Einrichtungen, Vereinen und freien Trägern organisiert werden. Eine aktuelle Erhebung der Landeszentrale für politische Bildung hat 232 verschiedene Angebote identifiziert. Dazu zählen beispielsweise polizeiliche Präventionsmaßnahmen im Medienbereich, Programme des Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Sport zur Förderung von Seniorinnen und Senioren („Silver Surfer“) sowie Projekte von Kirchen und freischaffenden Medienpädagog:innen. Besonders in einem Flächenland wie Mecklenburg-Vorpommern spielt die Vernetzung dieser Akteure eine zentrale Rolle.

Was passiert in Mecklenburg-Vorpommern im Rahmen von „Journalismus macht Schule“?

„Journalismus macht Schule“ ist in Mecklenburg-Vorpommern ein wichtiges Netzwerk, das sich für die Vermittlung von Nachrichtenkompetenz einsetzt. Beteiligt sind neben freien Journalistinnen und Journalisten, die im DJV organisiert sind, auch regionale Tageszeitungen, der NDR, die Redaktion „Katapult“, das freie Radio „LOHRO“, die Medienanstalt M-V sowie das Ministerium für Bildung und Kindertagesförderung und die Landeszentrale für politische Bildung. Durch Schulbesuche, Redaktionsführungen und Projekttage im Landesfunkhaus erhalten Jugendliche praxisnahe Einblicke in den Journalismus. Ziel ist es, ihnen die Mechanismen der Medienwelt näherzubringen und ihre Urteilsfähigkeit zu stärken.

Warum ist das Thema Informations- und Nachrichtenkompetenz so wichtig?

In einer zunehmend komplexen Welt, in der Menschen mit einer nie dagewesenen Flut an Informationen konfrontiert sind, ist Nachrichtenkompetenz essenziell. Um sich sicher in der Medienlandschaft zu bewegen, braucht es fundiertes Wissen über die Funktionsweise und den Aufbau von Medien. Das Netzwerk in Mecklenburg-Vorpommern vermittelt diese Kompetenzen authentisch und praxisnah. So leistet es einen wertvollen Beitrag zur Unterstützung von Schulen bei ihrem Bildungsauftrag.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft in diesem Bereich?

Wünschenswert wäre mehr Optimismus sowie ein anhaltend starkes Engagement aller Beteiligten. Eine noch engere Zusammenarbeit zwischen den Akteuren könnte helfen, Synergien zu nutzen und die Wirkung der Angebote zu verstärken. Weniger Konkurrenz und stattdessen mehr Kooperation wären ein wichtiger Schritt, um die Medienbildung im Land weiter voranzutreiben.

Welche Pläne gibt es, um die Förderung von Nachrichtenkompetenz weiter auszubauen?

Ein zentrales Vorhaben ist der Einsatz eines Planspiels im Rahmen von „Journalismus macht Schule“, das bereits von der Medienanstalt Schleswig-Holstein entwickelt wurde. Die Medienanstalt MV plant nun, dieses Planspiel in Mecklenburg-Vorpommern einzuführen und für Schulen in der Region nutzbar zu machen. Darüber hinaus soll die Vernetzung der Akteure weiter gestärkt werden, um den gegenseitigen Austausch zu fördern. Durch neue Impulse und eine offene Haltung gegenüber weiteren Partnern kann das Bildungsangebot kontinuierlich erweitert werden.