Horst Wenner, Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz
Welche interessanten Angebote zum Thema Informations- und Nachrichtenkompetenz gibt es in Ihrem Bundesland? Wie steht es um das Thema Medienbildung in Ihrem Bundesland?
Das Land Rheinland-Pfalz ist unter den Bundesländern in einer herausgehobenen Stellung. Es ist mehr als nur ein traditionsreicher Medienstandort mit dem Sitz des größten Rundfunkanbieters in Europa. Rheinland-Pfalz versteht sich als das Medienland. Die Medienbranche im Land ist lebendig und vielfältig. Neben dem DJV RLP, den Rundfunkanstalten Südwestrundfunk und ZDF, Radio- und Zeitungsmachern und Verlagen prägen auch die Gamesbranche, YouTuber, Start-ups und Digitalagenturen das Medienland. Mit FUNK und den Mediatheken von ARD und ZDF werden wesentliche öffentlich-rechtliche Onlineformate in Mainz entwickelt. Gemeinsam mit vielen anderen Akteuren der Branche, Content-Creatorn und Treibern der digitalen Transformation in der Medienwelt steht Rheinland-Pfalz auch über die Grenzen des Landes hinaus für eins: die Zukunft der Medienbranche.
Ein gutes Beispiel hierfür ist die jährlich stattfindende Content Convention. Sie steht als Format mittlerweile wie keine andere für die Zukunft der Medienwelt. Mehr zur jährlichen Veranstaltung, den Themen und Gästen finden Sie auf der Webseite der Content Convention.
Medienpolitik ist in Deutschland Aufgabe der Länder. Die Rundfunkangelegenheiten der Länder werden hierbei traditionell von Rheinland-Pfalz koordiniert. Es hat den Vorsitz der Rundfunkkommission. In der Rundfunkkommission befinden sich die Länder in ständigem Austausch zur Fragen der Medienpolitik und -gesetzgebung.
Aus diesem Anspruch leitet sich natürlich auch ein umfangreiches Angebot für Informations- und Nachrichtenkompetenz ab. Über medien+bildung.com gibt es noch einen Anbieter, der hervorragende und sehr nützliche Broschüren zur Medienbildung im Angebot hat. Die Einrichtung befindet sich allerdings in Liquidation und geht in der Landesmedienanstalt auf.
Daneben gibt es eine Institution wie medien.rlp. Sie ist aus dem Landesfilmdienst hervorgegangen und leistet, neben dem klassischen Verleih von Unterrichtsfilmen, medientechnische und pädagogische Fort- und Weiterbildung. Die Landeszentrale für politische Bildung ist ein wichtiger Akteur der politischen Medienbildung. Sie blickt besonders auf die Zukunft der Mediendemokratie und nimmt die digitale Seite der Medaille in den Blick. Der „Digital Fight Club“ ist ein Format, das gemeinsam von der sächsischen LpB mit den Kollegien in Hessen und dem Saarland aufgelegt wird. Die „Südwestdeutschen Medientage“ werden zusammen mit der evangelischen Akademie der Pfalz zu einem aktuellen und brennenden Thema mit dem nötigen Weitblick durchgeführt.
Was machen Sie im Rahmen von Journalismus macht Schule in ihrem Bundesland?
Dass diese Themen natürlich auch an die Schulen getragen werden, ist selbstverständlich. Mit dem Verein „Journalismus macht Schule“ haben wir eine auch in der Bildungsverwaltung – dem zuständigen Ministerium und dem Pädagogischen Landesinstitut – anerkannte Struktur, mit der wir noch viele Projekte gemeinsam angehen wollen. So werden rund um den Internationalen Tag der Pressefreiheit am 03.Mai 2025 wieder gemeinsame Veranstaltungen unter dem Motto #PressefreiheitMachtSchule stattfinden.
Warum ist (Ihnen) das Thema wichtig? Was würden Sie sich für die Zukunft wünschen?
Warum die Informations- und Nachrichtenkompetenz für uns wichtig ist, sollte auf der Hand liegen: Die Vermittlung von Medienkompetenz ist politische Bildung. Eine funktionsfähige Demokratie, die von den Menschen unterstützt und verteidigt wird, geht nur mit einer Medienlandschaft, die den demokratischen Diskurs unterstützt und pflegt mit Menschen, die ihre Interessen einbringen und gleichberechtigt miteinander aushandeln können.