Mehr Jugendliche ohne ausreichende Kompetenzen
Die neue PISA-Studie zeigt für Deutschland ein ernüchterndes Bild: Die Leistungen der 15-Jährigen in Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften sind so niedrig wie noch nie seit Beginn der PISA-Erhebungen. Beim sogenannten modellbasierten Problemlösen, also der Fähigkeit, mit digitalen Werkzeugen komplexe Probleme zu strukturieren und Lösungen zu entwickeln, liegen Jugendliche in Deutschland zwar grob im OECD-Niveau, zeigen aber in Teilen auch große Probleme.
Das ist besorgniserregend. Denn junge Menschen müssen sich in einer Welt zurechtfinden, in der Informationen jederzeit verfügbar sind und digitale Werkzeuge unseren Alltag zunehmend bestimmen.
Welche Quelle ist vertrauenswürdig? Was ist eine Nachricht, was eine Meinung? Wie erkenne ich manipulierte oder irreführende Inhalte? Welche Interessen stecken hinter einer Information?
Besonders wichtig ist der Blick auf Bildungsgerechtigkeit: Der Zusammenhang zwischen den naturwissenschaftlichen Kompetenzen der Jugendlichen und dem sozioökonomischen Status ihrer Familien ist in Deutschland weiterhin besonders stark. Somit gilt auch: Nachrichtenkompetenz darf keine Kompetenz sein, die vom Elternhaus abhängt.
Genau hier setzt das Startchancenprojekt von Journalismus macht Schule in NRW an, das sich gezielt an Startchancenschulen richtet.
Jugendliche müssen lernen, komplexe Probleme zu lösen. Genauso wichtig ist es, ihnen die Fähigkeiten zu vermitteln, mit denen sie die Welt verstehen, Informationen bewerten und sich eine eigene Meinung bilden können.
Denn mündige Bürger:innen brauchen nicht nur digitale Kompetenzen – sie brauchen Nachrichtenkompetenz. Und zwar alle.
